Karpaltunnelsyndrom

Das Karpaltunnelsyndrom gehört zum großen Formenkreis des Weichteilrheumatismus. Dies ist ein Sammelbegriff für schmerzhafte Veränderungen in den "weichen Teilen" des Bewegungsapparates und dem Bindegewebe. Neben dem Karpaltunnel-Syndrom gehören auch das Fibromyalgiesyndrom, die schmerzhafte Schultersteife und der Tennisarm zum gleichen Krankheitskreis. Die Symptome und Beschwerden können ganz unterschiedlich sein. Manche Menschen klagen über Schmerzen in fast allen Regionen im Körper. Andere können den Schmerz an speziellen Körperpartien lokalisieren. Meist geht ein Gefühl von Schwäche, Mattigkeit und Kraftlosigkeit mit der Krankheit einher. Die Schmerzen können langsam oder akut beginnen, anhalten, sich steigern, wieder vergehen und immer wiederkehren.

Beim Karpaltunnelsyndrom treten Schmerzen in der Handfläche auf, vor allem in der Nacht. Sie ziehen sich über den ganzen Arm bis zur Schulter und in den Nacken. Morgens fühlen sich die Finger steif und kraftlos an. Daumen, Zeige- und Mittelfinger sind zeitweise gefühllos, die Muskulatur des Daumenballens schwindet. Die Ursachen dieser Erkrankung sind meist in einer Überlastung zu finden. Bei zu hoher Beanspruchung und einseitiger Belastung über längere Zeit haben Muskeln einen hohen Sauerstoffbedarf. Da dieser vermehrte Bedarf normalerweise nicht gedeckt wird, sterben Muskelzellen ab. So bilden sich Verhärtungen. Auch Bänder, Sehnen und das umgebende Gewebe verändern sich. Der Nerv, der zusammen mit anderen Strukturen im Karpaltunnel der Hand verläuft, wird eingeengt. Wodurch diese Einengung verursacht wird, ist oft nicht geklärt. Möglicherweise liegt eine degenerative Veränderung des Karpaltunnels, oder eine Verdickung der Sehne zugrunde. Das Risiko am Karpaltunnelsyndrom zu erkranken, steigt durch einseitige, berufliche Belastung wie Maschineschreiben, Drehbewegungen im Handwerk oder Kassentätigkeit im Supermarkt. Auch Sportler können betroffen sein durch falsche Griffstärke oder Schlagtechnik zum Beispiel beim Tennis oder falsche Wurftechnik zum Beispiel beim Speerwurf. Eine Fehlhaltung überansprucht die Muskeln. Aus dieser entwickelt sich eine Verspannung, Sauerstoffmangel bedingt eine schlechtere Versorgung aller Gewebe. Schmerz entsteht, der wiederum eine Fehlhaltung verursacht. So entsteht ein Teufelskreis. Hält dieser Zustand lange an, sind Verkümmerungen kaum noch rückgängig zu machen. Für manche Menschen sind die Beschwerden so schmerzhaft, dass sie nach Zeiten sich immer wiederholenden Krankheiten sogar arbeitsunfähig werden können. Zur Vorbeugung ist es wichtig möglichst immer beide Hände gleichseitig zu belasten. Sportler sollten sich vom Trainer eine bessere Schlag- bzw. Wurftechnik zeigen lassen. Man sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen, wenn die Schmerzen trotz Lockerungs- und Entspannungsübungen unerträglich bleiben.

Meist lässt die richtige Diagnose auf sich warten. Eine Ärztin oder ein Arzt, der in der Rheumatologie und in der Neurologie erfahren ist, wird jedoch schnell die Ursachen für die Schmerzen herausfinden können. Am Anfang der Erkrankung kann man versuchen, die Schmerzen durch Selbsthilfe zu mildern. Entspannungsübungen, erholsamer Schlaf und Ruhigstellen des schmerzenden Körperteils helfen hier. Auch Heilgymnastik und Wärmebehandlung mit Infrarot oder Fangokompressen können Hilfe bringen. In Abstimmung mit dem Arzt kann eine medikamentöse Behandlung mit musekelentspannenden Medikamenten und Schmerzmitteln eingeleitet werden. So kann der Teufelskreis aus Schmerz und Verspannung durchbrochen werden. Wenn andere Behandlungsmethoden des Karpaltunnel-Syndroms erfolglos geblieben sind, wie zum Beispiel das Einspritzen von Kortison, sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Dabei wird das quer über das Handgelenk verlaufende Band durchgetrennt. So kann es nicht mehr auf den Nerv drücken. Statt einer "blutigen" Operation können entzündliche und degenerative Veränderungen auch mit einer Stoßwellentherapie behoben werden. Dabei werden, meist unter örtlicher Betäubung, gebündelte Schallwellen mit sehr hoher Frequenz und Energiedichte, punktgenau auf das erkrankte Gebiet gerichtet. Nebenwirkungen sind sehr selten. Bei unsachgemäßem Einsatz können jedoch Gewebe und Nerven zerstört werden.