Sehnenscheidenentzündung - Tendovaginitis

Eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) macht sich vor allem durch Schmerzen im Bereich der Sehnenscheide beim Bewegen bemerkbar. Sind zudem noch die Sehnen des Unterarms betroffen, ist es manchmal nicht mehr möglich Gegenstände festzuhalten.

Als Ursache kommt meist eine Überbelastung der Muskeln, Sehnen und Bänder in Frage. Das Innere der Sehnenscheiden bekommt eine raue Oberfläche, die Bewegung der Sehnen in diesem schlecht "geschmierten" Lager verursacht Schmerzen. Ähnlich wie bei rheumatischen Erkrankungen, bei denen sich die Gelenkinnenhaut entzünden kann, kann sich das Innere der Sehnenscheide entzünden.

Das veränderte, und meist verdickte Gewebe drückt dann auf die Sehne. Das Risiko der Erkrankung steigt durch eine ständige Überbelastung durch einseitige Bewegungsfolgen, zum Beispiel beim Maschineschreiben und beim Stricken. Auch übermäßiges sportliches Training kann zu einer Entzündung führen, wenn die unelastischen Sehnen einer gesteigerten Muskelkraft nicht standhalten. Schlecht ausgeheilte Zerrungen und Brüche erhöhen ebenso das Erkrankungsrisiko. Wird eine Entzündung der Sehnenscheide nicht rechtzeitig erkannt oder falsch behandelt, kann es zu Komplikationen kommen. Bei andauernder Belastung kann die Sehne sogar reißen. Sehne und Sehnenscheide können verkleben. Dies bringt eine enorme Einschränkung der Beweglichkeit mit sich. Dadurch verkürzen sich die Sehen und können noch schlechter bewegt werden.

Wenn man weiß, dass man zu Sehnenscheidenentzündungen neigt, ist eine gute Vorbeugung angesagt. Man sollte darauf achten, dass verschiedene Bewegungen miteinander abgewechselt werden. Bei gleichförmigen Arbeiten sollte man regelmäßig eine Pause einlegen. Gerade im sportlichen Bereich ist es wichtig, das Training dem körperlichen Zustand anzupassen. Vor dem eigentlichen Training sind ausreichende Aufwärmübungen wichtig. Liegt eine Verletzung der Sehnen vor ist eine sorgfältige und ausreichende Rehabilitation notwendig.

Gehen Sie auf jeden Fall zum Arzt, wenn die Schmerzen ständig andauern. Möglicherweise kann eine Sehnenscheidenentzündung zu den ersten Anzeichen einer rheumatoiden Arthritis gehören. Wenn sich die Sehnenscheidenentzündung auch nach längerer Behandlung nicht bessert, sollte man einen Rheumatologen aufsuchen.

Zunächst kann es helfen, den schmerzenden Bereich ruhig zu stellen. Je nach Gefühl kann eine Behandlung mit Kälte oder mit Wärme hilfreich sein. Entlastende Verbände sollten nur von fachkundigen Menschen angelegt werden. Sobald die Schmerzen abklingen, ist es wichtig das Gelenk langsam und vorsichtig wieder zu bewegen.

Der Arzt wird eine Sehnenscheidenentzündung zunächst einmal durch eine Ruhigstellung behandeln. Mit der Behandlung mit Ultraschall, Galvanisation, Hochfrequenzbehandlung und Heilgymnastik wird meist eine schnelle Besserung der Symptome erreicht. Sind die Schmerzen unerträglich, kann eine Behandlung mit Schmerzmitteln nötig werden. Eine Anwendung von Kortison ist nur in seltenen Fällen angebracht, wenn andere Maßnahmen die Entzündung nicht ausheilen können.