Neurologische Erkrankungen
Schwurhand - Fallhand - Krallenhand

Auch neurologische Erkrankungen können eine Fehlstellung der Hände begründen. Diese können entweder angeboren oder durch einen Unfall entstanden sein.

Durch eine Lähmung des Medianusnerves kann es zu einer so genannten Schwurhand-Stellung kommen. Ihr liegen ein Totalausfall der Zeigefinger- und ein Teilausfall der Mittelfingerbeugung zugrunde. Es kommt zum Fehlen der Daumenopposition.

In Folge einer Lähmung des Ulnaris-Nerves können sich die Finger so gebeugt anspannen, dass die Hand wie eine Kralle (Krallenhand) aussieht. Meist ist eine Verletzung im Bereich des Ellenbogens oder des Handgelenks ursächlich. Eine Operation ist in den seltensten Fällen erforderlich, da die Methoden der Physiotherapie die Beschwerden in den meisten Fällen beheben können. Die Krallenhand (Ulnarislähmung) kann in allen Altersgruppen auftreten. Sie geht meist auf Nervenschädigungen im Bereich des Ellenbogengelenks zurück, vorwiegend durch Knochenbrüche verursacht. Aber auch eine andauernde Druckschädigung der Nerven kann zur Ausbildung einer Krallenhand führen. Diese Anspannung kann auch durch eine anscheinend geringe Belastung, wie das ständige Aufstützen des Ellenbogens auf einer harten Unterlage entstehen. Auch monotone Bewegungen des Ellenbogengelenks können zu einer Lähmung des Ulnaris-Nervs führen.

Im Anfangsstadium mach sich die Nervenschädigung durch Taubheit und unangenehme Empfindungen im Ballen des vierten und fünften Fingers bemerkbar. Sie können sich seitlich an der Elle bis zum Unterarm hinziehen. Ist die Lähmung voll ausgeprägt, sind vor allem der Ringfinger und der kleine Finger krallenartig gebeugt. Die Finger lassen sich nicht mehr ausstrecken. Die wichtigste Behandlungsmethode ist die Physiotherapie. Stellt sich innerhalb einiger Wochen keine Besserung ein, kann die Durchführung einer Operation sinnvoll sein. Eine Manuelle Therapie kann die Nervenfunktion wieder aktivieren. Auch Elektrotherapie wirkt der Verspannung der Muskeln entgegen. In den meisten Fällen kann eine Krallenhand vollständig zurück gebildet werden.

Die Fallhand ist ein Symptom der Lähmung des Radialis-Nerves (Speichennerv des Armes). Meist ist ein Druckschaden des um den Oberarm ziehenden Nervs die Ursache für diese Lähmung. Wenn die Muskeln, welche die Hand am Unterarm strecken, vom Radialnerv nicht mehr ausreichend versorgt werden, kommt es zu Lähmungserscheinungen. Auch können zusätzliche Sensibilitätsstörungen an der radialen Seite des Unterarms und am Rücken des Daumens auftreten. Eine Fraktur des Oberarmschafts oder eine Verletzung des Armplexus (Nervenbündel, das sich durch Schulter und Achsel zieht) können ursächlich sein. In seltenen Fällen tritt die Lähmung in Folge einer Bleivergiftung auf. Die Fallhand kann mit Reizstrom und Massagen behandelt werden.